Touch/ing Transformation – Optimistische Perspektiven aus Kunst, Design und Wissenschaft: Eine Medieninstallation 

16.09.26 – 07.01.27 in der Bundeskunsthalle, Bonn

Wie klingt der Klimawandel? Was passiert, wenn Künstler*innen mit Papageien Kollektive gründen? Wie wird Kolonialgeschichte beim Nähen erfahrbar? Was können wir von Pilzen über Zusammenarbeit lernen? Wo findet sozial gerechte Stadtgestaltung statt? 

Alles, was gestaltet, produziert und genutzt wird, wirkt auf unsere Gesellschaft ebenso wie auf den Planeten Erde – die Frage ist daher nicht nur, wie wir auf sozial gerechte und ökologisch verträgliche Art und Weise gestalten, sondern auch, wie wir mögliche Auswirkungen unserer Entscheidungen greifbar machen können. 

Touch/ing Transformation ist eine begehbare Medieninstallation, die Nachhaltigkeit nicht als Zielzustand zeigt, sondern als gesellschaftliches Handlungsfeld – als Veränderungsprozess, der bereits im Gange ist. Im Zentrum steht ein interaktives Medienarchiv, das Besucher*innen einlädt, aktuelle Entwicklungen und komplexe Zusammenhänge anhand einer umfangreichen Sammlung guter Beispiele (Good Practices) intuitiv selbst zu entdecken. 

Diese Beispiele stammen von Künstler*innen und Designer*innen, die gemeinsam mit Wissenschaftler*innen alternative Szenarien und Zukunftsbilder entwerfen, uns Stoffkreisläufe näherbringen, an Systeminnovationen arbeiten oder Lösungen für konkrete Alltagsprobleme entwerfen. Dabei entstehen kritische Kunstwerke aus schmelzendem Eis und feinstem Porzellan, scheinbar Unnützes wird zu Begehrtem – vom Plastikmüll bis zur Brache im urbanen Raum. Ein ganzes Orchester macht das Verschwinden von Gemeingütern hörbar, während in interkulturellen Nachbarschaften neue geschaffen werden.

An die 50 Projekte aus Kunst, Design und Wissenschaft lassen sich über drei raumgreifende Touch-Walls mittels Interviews, Videos, Fotografien und Texten entlang eigener Interessen und Vorlieben erschließen. Dazu können die Besucher*innen eigenständig durch die Inhalte navigieren und Verbindungen zwischen einzelnen Projekten und Protagonist*innen herstellen. Ein relationales Modell setzt die Beispiele mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen – den SDGs – in Beziehung und macht mögliche Nachhaltigkeitswirkungen nachvollziehbar. Eine geografische Karte verortet diese Vielfalt: Good Practices, Kooperationspartner*innen und Transformationsorte in NRW und weit darüber hinaus wachsen hier zu einem Netzwerk aus Engagement zusammen.

Nachhaltigkeit gilt hierbei als offener Prozess. Die Bundeskunsthalle wird so zum  Impulsraum, der dazu einlädt, zu erkunden, wie Transformation auf gesamtgesellschaftlicher Ebene durch gemeinsames Denken und Handeln entstehen kann – im Dialog zwischen künstlerischen, gestalterischen und wissenschaftlichen Praktiken. So bereichert und vertieft die Medieninstallation mit ihrer Sammlung von Good Practices unser Verständnis von Transformation und zeigt sie zugleich als etwas, das gemeinsam erlebt, imaginiert und in die Praxis umgesetzt werden kann. 

Eine Ausstellung von transform.NRW – Mit Kunst, Kultur und Design Nachhaltigkeit gestalten. Kollektiv kuratiert mit allen Verbundpartner*innen, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Gestaltet von dform und BILDWERK, gezeigt wird die Installation im Medienkunstraum. Umsetzung in Kooperation mit der Bundeskunsthalle in Bonn