YAYA ist ein Netzwerk und gemeinnütziger Verein, der Vielfalt, Geschlechtergerechtigkeit und Antirassismus in der Kunst- und Kulturszene fördert. Durch inklusive Veranstaltungen eröffnet YAYA sichere feministische, queere und antirassistische Räume, die unterrepräsentierten und marginalisierten Gruppen Sichtbarkeit, Teilhabe und Empowerment ermöglichen. Im Selbstverständnis der Initiator*innen verbindet YAYA künstlerische Praxis, Community Building und kollektive Auseinandersetzung mit intersektionalen Themen.
Die Wirkungspotenziale von YAYA wurden am 23. Mai 2024 mit der Methode Map/ing Sustainability von einer Gruppe aus Designer*innen analysiert. Mitinitiator*innen von YAYA stellten das Projekt persönlich vor und nahmen an der Diskussion teil. Einige Teilnehmende hatten bereits an Veranstaltungen des Netzwerks teilgenommen, sodass in der Runde sowohl die Sicht der Kollektivmitglieder als auch Erfahrungen aus der Perspektive des Publikums und externer Betrachter*innen einflossen. Betrachtet wurde die Arbeit des Netzwerks mit seinen vielfältigen Formaten wie Partys, Workshops, Filmvorführungen, Pop-up-Märkten und Skillsharing-Veranstaltungen in Wuppertal und Umgebung.
Die Mitwirkenden bekräftigten die Eigenbeschreibung der Initiator*innen von YAYA, dass das Kollektiv durch konsequente Awareness-Arbeit Safer Spaces schafft, die Wohlbefinden stärken (SDG 3) und Sicherheit in sozialen Räumen fördern. Sie bestärkten zugleich die Annahme, dass diese Schutzräume einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Ungleichheiten leisten (SDG 10), indem sie marginalisierten Gruppen kulturelle Teilhabe und Anerkennung ermöglichen. Eine Teilnehmerin bezeichnete YAYA treffend als „Gegenmodell zu Gatekeeping“.
Darüber hinaus griff die Runde den Ansatz von YAYA auf und verband ihn mit Beobachtungen zur Wirkung in der Club- und Kulturszene. Das Kollektiv könne, so die Einschätzung, als Inspiration für die Feierkultur wirken und ein Umdenken in anderen Clubs anstoßen. Sichtbar wird dies etwa im Entstehen neuer Kollektive, die sich gemeinsam ermutigt fühlen, an größere Institutionen heranzutreten, was von der Diskussionsgruppe als Ausdruck nachhaltiger Empowerment-Prozesse beschrieben wurde. Die Teilnehmenden teilten die Einschätzung, dass YAYA durch Formate wie Partys, Festivals und Workshops Lern- und Begegnungsräume eröffnet, in denen Bildung jenseits formaler Strukturen erfahrbar wird (SDG 4). Dabei trage das Netzwerk dazu bei, Wissen zu diversifizieren und marginalisierte Perspektiven sichtbar zu machen. Besonders im Bereich „Skillsharing“ werde deutlich, wie neue Gestaltungsspielräume für Kreative entstehen – abseits institutionalisierter Kulturformen. Diese Offenheit wurde in der Diskussion als möglicher Impuls für Geschlechtergerechtigkeit (SDG 5) und gesellschaftliche Teilhabe im weiteren Sinne beschrieben.Im Verlauf der Wirkungspotenzialanalyse wurde außerdem betont, dass YAYA über die einzelnen Veranstaltungen hinaus zur sozialen Reflexion anregen könnte. Dieses Selbstverständnis – Kunst nicht nur als kulturelle Praxis, sondern auch als gesellschaftlicher Impuls, eigenes Verhalten und gesellschaftliche Verantwortung zu hinterfragen – wurde von der Gruppe als zentrales Element eines transformativen Wirkungspotenzials verstanden, das auf Achtsamkeit, Verantwortungsbewusstsein und ein inklusives Miteinander zielt (SDG 16).

Die Diskussionsteilnehmenden bekräftigten die Absicht des Kollektivs, über die reine Veranstaltungsorganisation hinaus strukturelle Wirkungen im Kulturbetrieb zu entfalten. Sie griffen YAYAs Selbstbeschreibung auf und hoben hervor, dass die Netzwerk- und Vereinsstruktur den Austausch zwischen unterschiedlichen Akteur*innen erleichtert und marginalisiertes Wissen aufwertet. Dadurch könnten neue Strukturen im Kulturbereich entstehen, die Hierarchien abbauen und diversitätsbewusste Arbeitsweisen fördern – im Sinne von YAYAs Ziel, als aktiver Teil der Kulturszene nachhaltige Veränderung anzustoßen.Mit dem Aufbau und der Stärkung von Awareness-Strukturen – etwa durch Schulungen, Beratung oder die Präsenz bei eigenen und externen Veranstaltungen – zeigt YAYA exemplarisch, wie gemeinschaftlich getragene Systeme entstehen können, die Solidarität und Resilienz in Stadtgesellschaften fördern (SDG 17). Eng damit verbunden sah die Diskussionsgruppe das gezielte Bespielen innerstädtischer Räume, etwa durch Konzerte, Pop-up-Markets oder Workshops in Wuppertal. Diese Praxis könne soziale Inklusion stärken, neue Partnerschaften anstoßen und lokale Netzwerke erweitern (SDG 11). So werde Wertschätzung für gemeinschaftlich organisierte Kultur sichtbar und ein Impuls für eine nachhaltige Transformation urbaner Räume gesetzt.
Der ökologische Aspekt spielte in der Diskussion eine eher untergeordnete Rolle, wurde aber als potenzielles Erweiterungsfeld erkannt. Laut des Netzwerks verfolgt YAYA überwiegend soziale Nachhaltigkeit, integriert jedoch auch ökologisch bewusste Praktiken, etwa durch DIY-Ansätze, ressourcenschonende Arbeitsweisen und Formate zu Upcycling oder nachhaltiger Kunstproduktion. Einzelne Workshops – beispielsweise im Bereich Handwerk, Veranstaltungstechnik oder künstlerischer Produktion – könnten auf diese Weise – so die Einschätzung der Diskussionsgruppe – langfristig zur Sensibilisierung für Ressourcenschonung beitragen und ökologische Themen stärker in den Fokus rücken. Das Wirkungspotenzial in diesem Bereich hänge jedoch stark vom jeweiligen Kontext und den konkreten Inhalten der Veranstaltungen ab.


