Johanna Schmeers Installation The Outside Inside erforscht Terraforming, Biodiversität und die Zukunft von Natur und Technik in neun Ökosystemen.
The Outside Inside entstand als Beitrag zur Dauerausstellung des Futurium und ist zugleich ein laufendes Experiment. Die Designerin und Künstlerin Johanna Schmeer beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, ab welchem Punkt Biologie zur Technik wird – und wann Natur aufhört, „natürlich“ zu sein. Mit ihrer Installation greift sie das Konzept des Terraformings auf: die gezielte Umgestaltung von Lebensräumen durch technologische oder biologische Eingriffe. Was bislang vor allem als Science-Fiction galt, wird zunehmend auch im Kontext der Klimakrise ernsthaft diskutiert.
In neun Terrarien gedeihen Pflanzen, Pilze und Flechten unter simulierten Klimabedingungen des Jahres 2100. Amaranth-Pflanzen binden CO₂ auf salzigen, trockenen Böden. Flechten reflektieren Licht und schützen arktische Permafrostböden vor dem Auftauen. Austernpilze nehmen Schwermetalle aus dem Boden auf und bereiten ihn für andere Lebewesen vor. Sensoren messen die Aktivitäten der Organismen und verwandeln sie – über eine Software von Sound-Artist Sam Conran – in binaurale Töne, die über Kopfhörer erlebbar sind. Technologie dient hier nicht nur der Simulation, sondern auch der Kommunikation: zwischen Menschen und Nicht-Menschen.
Die Installation fragt nicht nach fertigen Antworten, sondern hält Widersprüche offen: Ist es sinnvoll, Ökosysteme bewusst zu gestalten? Wer entscheidet darüber – und nach welchen Maßstäben?


