Good Practice

Niederrheinische Formenfabrik Janssen

Niederrheinische Formenfabrik Janssen

Die Niederrheinische Formenfabrik Janssen ist ein traditionsreiches Familienunternehmen aus Krefeld, das seit 1872 hochwertige Gebäckformmaschinen in Form individueller Lösungen für Bäckereien und Konditoreien entwickelt. Unter dem Leitgedanken „Janssen formt Genuss“ verbindet das Unternehmen handwerkliche Erfahrung mit innovativer Technologie und prämiertem Produktdesign. Verantwortung gegenüber den Beschäftigten ist Teil des Selbstverständnisses von Janssen, so fertigt das Unternehmen beispielsweise nach wie vor vollständig in Deutschland.

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Projektbeteiligte
Dr. Petra Gersch, Prof. Andreas Kalweit
Erscheinungsjahr:
1870
Orte:
Krefeld

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Kontakt:
info@nff-janssen.de
Werkkategorie:
Bäckerei- und Konditoreimaschinen
Tags:
Links:

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Wirkungspotenziale – Was macht das Projekt zum Good Practice?

Die Wirkungspotenziale von der Niederrheinischen Formenfabrik Janssen wurden am 14.November 2025 im Rahmen des transform.NRW Symposiums im Lab How to transform … die Wirtschaft mit der Methode Map/ing Sustainability von einer interdisziplinären Gruppe aus Symposiumsteilnehmer*innen analysiert. Der Inhaber der Niederrheinischen Formenfabrik Janssen stellte das Unternehmen vor und diskutierte mit. 

Grafisches Modell der Methode „Map/ing Sustainability“ mit konzentrischen Kreisen und ausgewählten SDG-Symbolen. Es zeigt den Analyseansatz von Map/ing Sustainability, der potentielle Nachhaltigkeitswirkungen anhand der miteinander verknüpften Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) sichtbar macht. Die konzentrischen Kreise stehen für die Wirkungsketten, die kausal aus einem Good Practice Projekt folgen: Input, Activities, Outputs, Outcomes und Impacts. Das Diagramm nutzt das Drei-Ebenen-Modell des Weltressourcenrats als Grundlage: Einzelne Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) sind den Ebenen zugeordnet und verdeutlichen, dass Nachhaltigkeitswirkungen nicht isoliert betrachtet werden, sondern in ihren Wechselwirkungen zwischen ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Dimensionen. Die Grafik dient als Orientierungsmodell für die gemeinsame Analyse von Produkten, Geschäftsmodellen, Infrastrukturen, Performances oder Kunstwerken.
Map/ing Sustainability: Analyse der Wirkungspotenziale des Projektes hinsichtlich der SDGs
SDG‑Modell: Sortierung der adressierten Nachhaltigkeitsziele in drei Ebenen: Natürliche Ressourcen, Versorgungssysteme, Gutes Leben

Gutes Leben

Die Teilnehmenden beschrieben die Niederrheinische Formenfabrik Janssen als ein Unternehmen, das Lernen, Wissensaufbau und Beteiligung systematisch in die eigenen Arbeitsprozesse integriert. Hervorgehoben wurde, dass die Mitarbeitenden aktiv in die Transformations- und Entwicklungsprozesse des Unternehmens eingebunden werden und dadurch ein umfassendes Verständnis für Produkte, Produktionsabläufe und Kundenbedürfnisse entwickeln. Schulungen, Weiterbildungen sowie direkte Einblicke in die Arbeitsrealitäten der Kund*innen – etwa durch Besuche in Bäckereien – wurden als zentrale Elemente dieses Ansatzes beschrieben, mit dem die Mitarbeitenden einbezogen werden. Dadurch entstehe technisches Fach- und Detailwissen und ein stärkeres Verständnis für die praktischen Feinheiten und Herausforderungen  nachhaltiger Produktion. Die Teilnehmenden betonten zudem, dass gezielt in die Qualifizierung von Fachkräften investiert werde, was langfristig auch über das Unternehmen hinaus einen Beitrag zu guter berufsbezogener Bildung darstellen könne (SDG 4).

Versorgungssysteme

Auf der Ebene der Versorgungssysteme beschrieben die Teilnehmenden das Unternehmen als gutes Beispiel für menschenorientierte und zugleich wirtschaftlich resiliente Produktionsstrukturen. Besonders hervorgehoben wurde, dass Mitarbeitende gezielt in betriebliche Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse eingebunden werden. Die Kombination aus Weiterbildung, Wissenstransfer und vergleichsweise flexiblen Arbeitsbedingungen – etwa der Möglichkeit einer 36-Stunden-Woche – wurde als Beitrag zu menschenwürdiger Arbeit und langfristiger Fachkräftesicherung interpretiert. Gleichzeitig fördere die enge Einbindung der Beschäftigten eine hohe Identifikation mit den Produkten und dem Unternehmen (SDG 8).

Darüber hinaus wurden die von der Niederrheinischen Formenfabrik Janssen konstruierten Maschinen als Beitrag zu nachhaltigen Produktionsweisen beschrieben: Sie seien so konzipiert, dass einzelne Komponenten repariert oder ausgetauscht werden können und dadurch besonders langlebig. Standardisierte Ersatzteile sowie wartungsfreundliche Konstruktionen ermöglichen eigenständige Reparaturen durch Kund*innen. Ergänzt werde dies durch digitale Unterstützungsangebote wie Handbücher oder Videoanleitungen. Die lokale Produktion am Standort Krefeld wurde dabei als Beitrag zu regionaler Wertschöpfung hervorgehoben (SDG 12).

Die Spezialisierung des Unternehmens auf präzise und individuell angepasste Maschinenlösungen wurde in Kombination mit tradiertem Handwerk, technischem Know-how und modularer Bauweise als zentraler Wettbewerbsfaktor beschrieben. Durch die Fähigkeit, kundenspezifische Lösungen für unterschiedliche Betriebsgrößen zu entwickeln, habe sich das Unternehmen trotz tiefgreifender Veränderungen im Bäckereigewerbe langfristig am Markt behaupten können. Die Teilnehmenden beschrieben dies als Beispiel für resiliente und innovationsorientierte Industrieproduktion in einer spezialisierten Nische (SDG 9).

Natürliche Ressourcen

Auch auf der Ebene der natürlichen Ressourcen sahen die Teilnehmenden Vorteile durch die auf Langlebigkeit und Reparierbarkeit hin gestalteten Maschinen der Niederrheinischen Formenfabrik Janssen. Durch standardisierte Bauteile und recycelbare Materialien werde der Ressourcenverbrauch reduziert und die Nutzungsdauer der Maschinen verlängert.

Vom Inhaber wurde betont, dass im Produktionsprozess von Gebäck mithilfe der Maschinen nahezu kein Ausschuss entstehe: Die präzise Verarbeitung des Teigs vermeide materialbedingte Abfälle, wodurch Ressourcen effizient genutzt würden. Die Teilnehmenden fassten dies als Beispiel dafür, wie technische Gestaltung ressourcenschonende Produktionsweisen unterstützen und darüber einen Beitrag zum Klimaschutz leisten könne (SDG 13).

© Andreas Kalweit