Der Dachgarten des Museum Ludwig – gestaltet von Atelier le balto – verbindet Erinnerung an den historischen Bischofsgarten mit aktiver Renaturierung: Biodiversität, natürliche Kühlung und ein Ort für Begegnung und Reflexion über Klimaresilienz im Stadtzentrum.

Der Dachgarten entstand als Teil der Ausstellung „Hier und jetzt. Und gestern und morgen“ (9.3.-13-10.2024) und sollte das Projekt überdauern. Das Museum Ludwig steht auf dem Grund des ehemaligen Bischofsgartens. Beim Ausheben der Baugrube für den Museumsbau stieß man auf eine Humusschicht, die von diesem Garten stammt, an den außer dem Namen Bischofsgartenstraße nichts mehr erinnerte. Mit dem Dachgarten von Atelier le balto sollte einerseits an diesen Garten in zentraler Stadtlage erinnert werden und zugleich zur Renaturierung der Innenstadt beigetragen. Mit dem hoch aufragenden Bambusgestellt und den es überwachsenden, vielfältigen Rankpflanzen ist der Garten auch von der Straße aus sichtbar und für das Team des Museum Ludwig wie die Besuchenden eine kleine Oase geworden. Hier lässt sich Schatten finden, wo vorher keiner war, hier kann man sich auf Sitzbänken ausruhen oder Meetings abhalten und mit etwas Glück sogar vom Garten naschen. Bewässert wird der Dachgarten aus dem hauseigenen Brunnen, d.h. mit Grundwasser und Sickerwasser des nahegelegenen Rheins. Ziel ist es, dazu beizutragen, die Biodiversität im Stadtzentrum zu erhöhen, einen kühlenden Ort zu schaffen, Regenwasser etwas besser zu halten, das Gebäude zu verschatten und dadurch auf natürliche Weise vor Überhitzung zu schützen und dazu anzuregen, weitere Flächen zu begrünen. Zugleich wurde hier ein Ort geschaffen, der dazu dient, über die Klimaresilienz des Museum Ludwig zu sprechen und die Verantwortung, die ein öffentliches Museum angesichts von Hitze, Starkregen u.a. übernehmen kann. Der Dachgarten hat letztlich gewiss nur einen geringen Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck des Museums, aber er hat einen Handabdruck hinterlassen, der dazu führt, mehr über die langfristig sinnvolle Nutzung der Dachflächen nachzudenken und auch darüber, wie Ausstellungsprojekte das Museum nachhaltig verändern können.


